Sicher haben Sie von Bekannten schon mal etwas wie „Du arbeitest in der Pflege?! Das könnte ich nicht. Es gibt doch bestimmt viele Ekelgefühle in der Pflege. Da muss man doch alten Leuten den Arsch abwischen…“ gehört. Abgesehen davon, dass diese Aussagen sehr respektlos sind und unserem Job in keinster Art und Weise gerecht werden, ist am Thema „Ekel“ etwas dran.

Wie können Sie als Arzthelferin, Pflegekraft oder Krankenschwester da anders reagieren als die Ekelgefühle runterzuspielen!? Dadurch das Sie diese Ekelgefühle herunterspielen wird die wirkliche Hemmschwelle immer größer. Wahrscheinlich haben Sie selbst schon einige Erfahrungen mit Ekel gesammelt. Vielleicht dachten Sie auch schon mal etwas wie „…manchmal habe ich das Gefühl der Geruch ist noch an mir obwohl ich Handschuhe getragen habe und meine Hände X-Mal gewaschen habe…“. Bei Gedanken dieser Art können die Ekelgefühle die Pflegebeziehung so stark beeinflussen, dass darunter sowohl die Pflegekraft als auch die Pflegekunden leiden.

Auswirkungen von Ekel in der Pflege

Was ist Ekel eigentlich genau?

Ekel ist ein körperlicher Reflex zum Schutz vor Vergiftungen der automatisch ausgelöst wird. Naturgemäße Reaktionen sind Flucht oder Angriffsverhalten. Auf uns als Pflegekraft bezogen bedeutet das: nicht reflektierter Ekel führt dazu, dass unser professionelles Verhältnis zum Pflegekunden leidet oder wir uns gar keine weitere Pflege vorstellen können.

Diese Tipps können Ihnen helfen mit dem Ekel besser umgehen zu können

  • Sorgen Sie dafĂĽr, dass Sie sich mit Tätigkeiten die Ekel hervorrufen können im Team entsprechend abwechseln. Es gibt immer wieder Patienten, die eher fĂĽr Ekelmomente sorgen als andere.
  • Sprechen Sie das Thema bei Ihrem Vorgesetzten an und schaffen Sie ein Bewusstsein fĂĽr Ihre Tätigkeit.

  • Sorgen Sie fĂĽr die richtigen Hilfsmittel. Handschuhe und falls nötig Mund- und Nasenschutz sollten immer griffbereit sein.

  • Reinigungsschaum und feuchte ReinigungstĂĽcher können unangenehme GerĂĽchte direkt vermindern oder unterdrĂĽcken. Halten Sie auch diese bereit.

  • Verwenden Sie dringend RaumdĂĽfte und lĂĽften Sie ausreichend

  • Entspannungstechniken, wie etwa die Konzentration auf die Atmung können das unmittelbare EkelgefĂĽhl unterdrĂĽcken. Auch das typische „Denk an etwas Schönes“ kann hilfreich sein und die Gedanken in eine andere Richtung lenken.

  • Sprechen Sie mit anderen ĂĽber Ihre Erfahrungen. Sie werden merken, dass Sie mit Ihren GefĂĽhlen nicht alleine sind. Ăśber den Austausch können Sie gegebenenfalls auch weitere Tipps fĂĽr sich mitnehmen.